Modellgeschichte

Allgemeines

Die zur Präsentation der Modellreihe verfügbare Limousine trägt die Baureihenbezeichnung E60, während das ab April 2004 gebaute Kombimodell Touring als E61 bezeichnet wird. Das von Davide Arcangeli gezeichnete Fahrzeug verzichtete auf das „Bangle-Heck“ des 7ers jener Ära und wartete mit neuen Scheinwerfern auf.

Aufgrund der großen Nachfrage und den besonderen Anforderungen wurde für den chinesischen Markt eine Langversion des E60 entwickelt und in den Varianten 523Li, BMW 525Li und BMW 530Li eingeführt. Im 525Li und 530Li gibt es eine neugestaltete hintere Konsole, zu der ein Entertainment-System mit DVD-Player und zwei 8-Zoll-Bildschirmen in den Kopfstützen der Vordersitze gehören, sowie hintere Luftausströmer über dem Kardantunnel. Durch die Verlängerung des Achsabstandes um 140 Millimeter zwischen B- und C-Säule ist die Beinfreiheit im Fond größer.

Ab Anfang 2005 war der M5 mit einem 5,0-l-V10-Motor als Limousine erhältlich. Die Kombiversion dessen wurde mit der im Frühjahr 2007 erfolgten Überarbeitung eingeführt. Allradantrieb (mit der Bezeichnung xi bzw. xd; seit September 2008 i xDrive bzw. d xDrive) war in beiden Karosserieversionen lieferbar

 

Karosserie

Eine Besonderheit des E60 ist der gewichtsreduzierte Aluminium-Vorderwagen (GRAV). Wie seinerzeit beim Porsche 928 wurde hier der Vorderwagen aus Aluminium gefertigt, während die Fahrgastzelle und der Hinterwagen aus Stahl bestehen. Durch die Gewichtseinsparung im vorderen Fahrzeugteil wird eine Achslastverteilung von 50:50 erreicht.

Ausstattung

Der E60 hat ein abschaltbares Elektronisches Stabilitätsprogramm, das bei BMW Dynamic Stability Control (DSC) heißt. Eine Reifen-Pannen-Anzeige (RPA) erkennt anhand von Drehzahlunterschieden der Räder Veränderungen im Luftdruck eines oder mehrerer Reifen und warnt den Fahrer mit einer Leuchte. Bei einer Kollision nähern sich die seit Herbst 2007 serienmäßigen aktiven Kopfstützen dem Kopf an und beugen so möglichen Halswirbelverletzungen vor.

Fahrassistenzsysteme

 HUD eines E60

Ein Head-Up-Display (HUD) projiziert Informationen an die Windschutzscheibe, so dass der Fahrer zum Ablesen der Geschwindigkeit oder der Route nicht mehr den Blick von der Straße abwenden muss.

Als Sonderausstattung ist auch BMW NightVision (Nachtsicht-Assistent) erhältlich. Anders als in der Mercedes S-Klasse (dort wird ein Nahinfrarotsystem von Bosch mit aktiver Infrarotbeleuchtung eingesetzt), setzt BMW auf passive Wärmebildtechnik. Wärmestrahlung von Objekten und Personen wird von einer Kamera in der Frontschürze aufgenommen und im Display des iDrive dargestellt.

Ab 70 km/h warnt dieses System per Vibration im Lenkrad vor einem drohenden Verlassen der Fahrspur. Dabei erkennt eine Kamera im Innenspiegel vorhandene und gut sichtbare Fahrbahnmarkierungen. Wird eine Fahrstreifenmarkierung erkannt, signalisiert das System die Warnbereitschaft. Über eine Lenkradtaste kann das System ein- oder ausgeschaltet werden. Die jeweils zuletzt gewählte Einstellung bleibt für die nächste Fahrt gespeichert. In Baustellensituationen mit teilweise uneindeutigem Markierungsverlauf schaltet sich das System automatisch inaktiv, um sich danach automatisch wieder zu aktivieren.

Lichttechnik

Der BMW E60 hat optional adaptives Bremslicht und adaptives Kurvenlicht. Seit Frühjahr 2007 gibt es zusätzlich Tagfahrlicht über Coronaringe und seit Herbst 2007 Abbiegelicht sowie Rückleuchten in LED-Technik. Der aufpreispflichtige Fernlichtassistent schaltet das Fernlicht automatisch ein oder aus und beugt so einer Blendung des Gegenverkehrs vor. Ab März 2005 wurde bei den Xenon-Scheinwerfer von D2S auf D1S umgerüstet, auch das Vorschaltgerät für den Xenonbrenner wurde geändert.

Unterhaltung

Für den E60 gibt es verschiedene Entertainmentmöglichkeiten, zum Beispiel das Navigationssystem Professional mit einem 8,8-Zoll-Bildschirm sowie ein DVD-Laufwerk. Auch ein DVB-T-Tuner für Fernsehempfang ist erhältlich. Das Audiosignal kann über das optionale LOGIC7-Soundsystem von harman/kardon mit 13 Lautsprechern inklusive zwei Subwoofern unter den Frontsitzen wiedergegeben werden; es ermöglicht eine verzerrungsfreie Wiedergabe bis zu 110 db(A). Das System nutzt eine 360°-Klangbühne und unterstützt auch MP3 mit ID3-Tags. Zum Verstärker (neun Kanäle, 420 Watt) erfolgt die Signalübertragung über eine MOST-Bus-Schnittstelle. Darüber hinaus gibt es nun auch das Soundsystem Individual mit 16 Lautsprechern und 825 Watt Leistung.

Sicherheit

Alle BMW E60 haben neben ABS (mit Bremsassistent und Cornering Brake ControlGurtstraffer, ein ESP mit Antriebsschlupfregelung (bei BMW Dynamische Stabilitäts-Control, DSC bzw. Dynamische Traktions-Control, DTC genannt) und insgesamt sechs Airbags (Fahrer/Beifahrer, zwei Seitenairbags und durchgehende Kopfairbags). Seit der Modellpflege sind auch Seitenairbags für die Fondpassagiere erhältlich. Beim Euro-NCAPCrashtest im Jahr 2004 erhielt er bei der Beurteilung der Insassensicherheit vier Sterne (29 Punkte) und bei der Kindersicherheit vier Sterne von fünf möglichen (42 Punkte). Die Fußgängersicherheit wurde mit zwei Punkten und einem von vier möglichen Sternen eingestuft.[2]

Nachdem eine schwedische Autozeitung die Sicherheit eines vollbeladenen 523i bemängelte, der beim Elchtest gefährliches Ausbrechen aufwies, wurde die Redaktion nach München auf das Testgelände eingeladen. Dort machte man dann gemeinsam einen Elch- und Spurwechseltest. Das gefährliche Ausbrechen begründete BMW damit, dass das ESP einen leichten Heckschwenk zulasse und erst dann eingreife.

Rückrufe

Am 23. August 2011 veröffentlichte das Kraftfahrt-Bundesamt eine Rückrufaktion von BMW zu den Modellen der 1er-, 5er- und 7er-Baureihe, X3-, X5- und X6-SUV. Betroffen sind die Baujahre 2008 und 2009. Grund hierfür ist die Kraftstofffilterheizung, die sich überhitzen und zu einem Fahrzeugbrand führen kann.

Im März 2012 wurde eine Rückrufaktion von BMW zu den Modellen der 5er- und 6er-Baureihe gemeldet. Betroffen sind die Baujahre 2003 bis 2010, d. h. über den gesamten Bauzeitraum. Ursache war eine sich lösende Batterieverkabelung im Karosseriebereich. Es bestand Brandgefahr. Der Rückruf ist unter der Referenznummer 3683 beim Kraftfahrt-Bundesamt zu finden.[3]

Am 21. August 2013 gab es erneut einen Rückruf zu den Modellen der 1er, 5er und 7er-Baureihe sowie die beiden SUV X5 und X6. Betroffen sind rund 35.000 Fahrzeuge des Baujahrs Mai bis November 2009. Grund hierfür war nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes ein Defekt an der Kraftstofffilterheizung bei Dieselmodellen, der zu einem Fahrzeugbrand führen kann.[4]

Am 24. September 2013 forderte die National Highway Traffic Safety Administration BMW auf, 134.000 Fahrzeuge der 5er-Baureihe in den USA zurückzurufen. Betroffen sind die Modelle 528i, 535i, 550i und M5 der Modelljahre 2008 bis 2010 und Pkw, die ab 1. März 2007 bis zum 31. Dezember 2009 gefertigt wurden. Ursache sei eine defekte hintere Lampenträger-Einheit der Rückleuchten. Nach Angaben von BMW sind Fahrzeuge in Europa davon nicht betroffen.

https://de.wikipedia.org/wiki/BMW_E60